Die Abschaffung des Eigenmietwerts tritt per 1. Januar 2029 in Kraft – und mit ihr fällt der Steuerabzug für Solaranlagen bei der direkten Bundessteuer weg. Dieser Beitrag zeigt, was sich genau ändert, was das bei einer typischen Anlage in Franken bedeutet, warum das Jahr der Zahlung entscheidend ist und wie Sie Ihr Projekt bis Ende 2028 sicher planen.

Der Eigenmietwert wird in der Schweiz abgeschafft – das ist seit der Volksabstimmung vom September 2025 klar. Seit April 2026 ist auch das entsprechende Datum bekannt: Die Reform tritt am 1. Januar 2029 in Kraft. Für Hausbesitzer, die eine Solaranlage planen, ist damit eine konkrete Frist gesetzt. Denn mit dem Eigenmietwert fällt auch der Steuerabzug für energetische Massnahmen weg – und genau dieser macht bei einer PV-Anlage schnell mehrere tausend Franken aus.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen genau, was sich ändert, was das für Ihr Konto bedeutet, warum das Jahr der Zahlung entscheidend ist und wie Sie Ihr PV-Projekt so einplanen, dass Sie den Abzug noch sicher geltend machen können.
Mit dem Wechsel des Systems fallen für selbstbewohntes Wohneigentum die Abzüge für Unterhaltskosten weg; dies betrifft auch die Schuldzinsen sowie Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen. Eine Solaranlage auf dem eigenen Einfamilienhaus ist ab 2029 beim Bund also nicht mehr abziehbar. Als Ausnahme gilt einzig der Abzug für denkmalpflegerische Arbeiten, welcher weiterhin bestehen bleibt.
Bei den Kantons- und Gemeindesteuern liegt aktuell die eigentliche Unsicherheit. Das Gesetz erlaubt den Kantonen, den Abzug für energetische Massnahmen bis längstens 2050 weiterzuführen – wichtig: Es verpflichtet sie aber nicht dazu! Ob und wie Ihr Kanton davon Gebrauch macht, ist offen. Einzelne Kantone prüfen eine Weiterführung der Abzüge, rechtlich gesichert ist sie in der Deutschschweiz jedoch noch nirgends (Stand September 2026). Wer heute plant, sollte sich also keinesfalls darauf verlassen.
Am Beispiel einer typischen Anlage auf einem Einfamilienhaus mit 10 kWp:
| Position | Realisiert bis Ende 2028 | Realisiert ab 2029* |
|---|---|---|
| Investition brutto | CHF 28'000 | CHF 28'000 |
| Einmalvergütung Bund (KLEIV) | – CHF 3'600 | – CHF 3'600 |
| Steuerersparnis (ca. 20 % Grenzsteuersatz) | – CHF 4'900 | CHF 0 |
| Effektive Kosten | rund CHF 19'500 | rund CHF 24'400 |
*Ohne kantonale Weiterführung des Abzugs. Führt Ihr Kanton den Abzug weiter, fällt nur der Bundesanteil weg. Der Steuereffekt hängt stark von Einkommen und Wohnkanton ab.
Der Unterschied liegt bei diesem Beispiel bei rund CHF 4'900. Bei einer jährlichen Einsparung von CHF 1'000 bis CHF 1'500 verlängert sich die Amortisationszeit damit um ca. 3 bis 5 Jahre. Bei grösseren Anlagen oder hohem Grenzsteuersatz ist der Unterschied dementsprechend grösser.
Wichtig zu wissen ist, dass für den Steuerabzug nicht zählt, wann Sie die Offerte unterschreiben, sondern in welchem Jahr die Rechnung bezahlt wird. Eine Anlage, die im Dezember 2028 montiert, aber erst im Januar 2029 bezahlt wird, fällt bereits ins neue System, das heisst, sie ist nicht mehr abzugsfähig. Übersteigen die Kosten Ihr Einkommen im Investitionsjahr, wird der Rest heute auf die zwei folgenden Steuerperioden übertragen – wie solche Überträge über den Systemwechsel hinaus behandelt werden, sollten Sie im Einzelfall mit Ihrer Steuerverwaltung oder einer Steuerfachperson klären.
Realistisch heisst das: Wer hinsichtlich des Abzugs auf Nummer sicher gehen will, sollte allerspätestens im Frühling 2028 mit der Planung beginnen. Dazu kommt ein wichtiger Faktor, den Banken und Steuerberater bereits heute nennen: Gegen Ende der Übergangsfrist ist mit einer hohen Nachfrage nach Handwerksleistungen zu rechnen – und damit mit längeren Wartezeiten und vor allem steigenden Preisen. Früher zu planen ist deshalb auch preislich ein Vorteil für Sie.
In diesem Fall ändert sich für die bestehende Anlage nichts – bereits getätigte Abzüge bleiben bestehen. Planen Sie aber eine Erweiterung, einen Batteriespeicher oder den Ersatz des Wechselrichters in den nächsten Jahren, lohnt es sich jetzt zu prüfen, ob Sie diese Investition bis Ende 2028 vorziehen. Auch diese Kosten sind unter dem heutigen System noch abziehbar.
Ja. Der Steuerabzug verkürzt die Amortisationszeit, er ist aber nicht der wesentliche Grund, warum sich eine PV-Anlage überhaupt rechnet. Eine Kilowattstunde vom eigenen Dach kostet über die Lebensdauer gerechnet 9 bis 16 Rappen – der mittlere Haushaltstarif liegt 2026 bei rund 27.7 Rappen, in vielen Gemeinden über 32 Rappen. Dazu kommt die Bundesförderung, die unabhängig vom Eigenmietwert bestehen bleibt. Wer bis Ende Jahr 2028 noch baut, holt sich zusätzlich den Steuervorteil. Wer später mit dem Bau beginnt, hat trotzdem eine wirtschaftliche PV-Anlage – nur mit etwas längerer Amortisationszeit.
Was eine Anlage konkret kosten würde, zeigt unser Beitrag zu den Kosten einer Solaranlage. Alle Förderungen im Überblick finden Sie zudem im Förderleitfaden.
Mit dem Systemwechsel entfällt ab 2029 auch der Abzug für Schuldzinsen auf selbstbewohntem Wohneigentum. Eine Aufstockung der Hypothek zur Finanzierung Ihrer PV-Anlage bleibt möglich, verliert aber ab dem Jahr 2029 ihren steuerlichen Zusatzvorteil. Ob sich die Finanzierung über die Hypothek, Eigenmittel oder ein spezifisches Energiedarlehen lohnt, hängt von Ihrer persönlichen finanziellen Situation ab – Ihre Bank kann das sicherlich konkret für Sie durchrechnen.
Ab dem 1. Januar 2029. Der Bundesrat hat das Inkrafttreten am 1. April 2026 festgelegt. Bis Ende Jahr 2028 gelten weiterhin die bisherigen Regeln.
Massgebend ist das Jahr der Zahlung. Die Rechnung sollte spätestens im Jahr 2028 bezahlt sein. Planen Sie deshalb so, dass Montage und Schlussrechnung sicher vor Jahresende 2028 erfolgen.
Bei der direkten Bundessteuer nicht. Bei den Kantons- und Gemeindesteuern ist es möglich, jedoch nicht zu 100 % sicher: Die Kantone dürfen den Abzug bis längstens 2050 weiterführen, müssen es aber nicht. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer kantonalen Steuerverwaltung nach.
Es passiert nichts – die Reform wirkt nicht rückwirkend. Bereits getätigte Abzüge bleiben weiterhin bestehen.
Nein. Bei vermieteten und verpachteten Liegenschaften bleiben die Mieteinnahmen steuerbar, deshalb bleiben auch die Steuerabzüge für den Unterhalt und die energetischen Massnahmen weiterhin bestehen.
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Zum SolarrechnerZum FörderrechnerTransparenzhinweis: Die Angaben in diesem Beitrag basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen (u. a. Eidgenössisches Finanzdepartement, Medienmitteilung des Bundesrates vom 1. April 2026, kantonale Steuerverwaltungen; Stand September 2026). Die Umsetzung in den Kantonen ist noch nicht abgeschlossen. Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar; massgeblich sind die Auskünfte der zuständigen Steuerbehörden. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr und keine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.
Zuletzt aktualisiert: September 2026