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Hohe Strompreise in Schänis 2026: Lohnt sich jetzt eine Solaranlage?

Knapp 35 Rappen pro Kilowattstunde – so viel kostet Strom in Schänis 2026. Während die Tarife in der übrigen Schweiz leicht sinken, hat die Energieversorgung Schänis AG (EVS AG) für das neue Jahr einen weiteren Anstieg um rund ein Prozent angekündigt. Damit bleibt Schänis die teuerste Gemeinde im Linthgebiet – nicht wegen der Energie selbst, sondern wegen der weitläufigen Netzinfrastruktur, die eine kleine Zahl von Anschlüssen tragen muss.

Hohe Strompreise in Schänis 2026: Lohnt sich jetzt eine Solaranlage?

Ein Ratgeber von solaralag.ch – Ihr Solar-Experte in der Schweiz

Warum sind die Strompreise in Schänis so hoch?

Schänis ist eine schöne, aber geografisch sehr weitläufige Gemeinde. Das hat Folgen für die Stromversorgung: Rund 2'200 Zähler sind über viele Quadratkilometer verteilt, verbunden durch kilometerlange Kabel und zahlreiche Trafostationen. Diese Infrastruktur will gewartet und bei Bedarf ausgebaut werden.

Wie Franco Stocco, Geschäftsleiter der EVS AG, auf einem Infoabend im Herbst 2025 erklärte: «Wir verzeichnen einen leichten Anstieg von 1 Prozent und bleiben mit knapp 35 Rappen pro Kilowattstunde die teuerste Gemeinde im Linthgebiet. Dabei sind die hohen Preise in erster Linie auf die weitläufige Versorgung in der Gemeinde zurückzuführen.» Jährlich investiert die EVS AG rund eine Million Franken in Netzausbau und Unterhalt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Zusätzlich kommen neue gesetzliche Anforderungen hinzu: Die Einführung von Smart Metern, der separate Ausweis der Messkosten und verschiedene Bundessystemabgaben treiben die Preise weiter nach oben. Selbst wenn die EVS AG die Energie günstig einkaufen kann – die Netzkosten sind gesetzlich vorgegeben und lassen sich nicht einfach reduzieren.

Strompreisvergleich: Schänis im regionalen Kontext

Tabelle 1: Strompreise in der Region (Stand 2025, Quelle: ElCom)
GemeindeStrompreis (Rp./kWh)VersorgerTrend 2026
Schänis35.0EVS AG+1.0%
St. Gallen31.0SGSW~ stabil
Uzwil31.1SAK−6.3%
Wil31.4TBW~ stabil
Schweiz (Median)29.0Verschiedene−4.0%

Wie entwickeln sich die Strompreise in der Zukunft?

Gute Nachrichten zuerst: Für 2026 gehen die Energiepreise auf dem Schweizer Markt leicht zurück. Laut Berechnungen der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom können sich Haushalte im Schnitt (Median) auf rund 27,7 Rappen pro Kilowattstunde freuen – das sind etwa 58 Franken weniger pro Jahr für einen typischen Vier-Personen-Haushalt.

Aber – und das ist ein grosses Aber – bei den Netzkosten zeigt der Trend klar nach oben. Schon heute investieren die Schweizer Netzbetreiber laut dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) rund 1,5 Milliarden Franken pro Jahr in ihre Netze; allein Swissgrid plant bis 2040 Ausbauprojekte im Umfang von rund 5,5 Milliarden Franken. Bereits 2026 sind die kombinierten Netz- und Messtarife trotz sinkender Energiepreise leicht gestiegen. Da die Netzkosten mehr als ein Drittel des Strompreises ausmachen, bedeutet das: Auf lange Sicht bleibt der Druck auf die Preise hoch.

Abbildung 1: Strompreis Schänis vs. Schweizer Median-Haushaltstarif (Quelle: EVS AG / ElCom)

Auch Fachleute aus der Branche rechnen wegen des nötigen Netzausbaus längerfristig mit steigenden Netztarifen. Zur Einordnung: Schon eine Erhöhung um 3 Rappen pro Kilowattstunde würde für einen Schänner Haushalt mit 4'500 kWh Jahresverbrauch zusätzliche 135 Franken pro Jahr bedeuten – jedes Jahr wieder.

Die Solar-Lösung: Unabhängigkeit vom Strompreis

Hier kommt die Solaranlage ins Spiel. Statt passiv zuzuschauen, wie die Stromrechnung wächst, können Sie selbst aktiv werden. Eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach produziert Strom, den Sie direkt vor Ort verbrauchen – und der kostet Sie zwischen 9 und 16 Rappen pro Kilowattstunde. Im Vergleich zu den 35 Rappen, die Sie aktuell in Schänis für Netzstrom bezahlen, ist das eine Ersparnis von fast 20 Rappen pro Kilowattstunde.

Das Beste daran: Diese Kosten sind stabil. Während der Strompreis aus dem Netz von politischen Entscheidungen, Marktschwankungen und teuren Netzausbauten abhängt, produziert Ihre Solaranlage Jahr für Jahr zum selben Preis. Sie kaufen die Anlage einmal – und ernten dann 25 Jahre lang praktisch kostenlosen Strom.

Moderne Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses in der Schweiz
Abbildung 2: Moderne Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus in der Schweiz
Abbildung 3: Typische Verteilung des Solarertrags im Jahresverlauf (schematisch, 10 kWp-Anlage)

Solarboom in Schänis: Die Zahlen sprechen für sich

Sie sind nicht allein mit dieser Idee. In Schänis erleben wir derzeit einen regelrechten Solarboom. Die Zahlen aus der Infoanlass-Präsentation der EVS AG sind beeindruckend: Waren es 2020 noch 85 installierte PV-Anlagen, stieg die Zahl bis 2023 auf 211 – ein Plus von rund 150 Prozent in nur drei Jahren. Für 2024 waren weitere rund 60 Anlagen geplant. Und an sonnigen Tagen speist Schänis inzwischen zeitweise mehr Energie ins Netz zurück, als in der Gemeinde verbraucht wird.

Dieser Trend ist kein Zufall. Immer mehr Schänner Haushalte erkennen, dass eine Solaranlage keine Luxusinvestition ist, sondern eine kluge finanzielle Entscheidung. Mit jeder neuen Anlage wird die Gemeinde ein Stück unabhängiger von externen Energiepreisen – und die Bewohner sparen bares Geld.

Solaranlagen auf mehreren Wohnhäusern in einem Schweizer Dorf
Abbildung 4: Solaranlagen auf Wohnhäusern in einem Schweizer Dorf – der Solarboom ist überall sichtbar
Abbildung 5: Photovoltaik-Zuwachs in Schänis, Anzahl installierter Anlagen (Quelle: EVS AG)

Was kostet eine Solaranlage in der Schweiz?

Tabelle 2: Kostenübersicht Photovoltaik-Anlagen 2025/2026 (Richtwerte; KLEIV-Förderung: rund 360 CHF pro kWp)
AnlagengrösseGesamtkostenKLEIV-FörderungNetto-InvestitionJahresertrag
5 kWp (Studio)CHF 10'500−CHF 1'800CHF 8'700~4'750 kWh
8 kWp (kleines EFH)CHF 16'800−CHF 2'880CHF 13'920~7'600 kWh
10 kWp (Standard EFH)CHF 21'000−CHF 3'600CHF 17'400~9'500 kWh
15 kWp (grosses EFH)CHF 31'500−CHF 5'400CHF 26'100~14'250 kWh

Wie viel sparen Sie wirklich? Die Rechnung

Lassen Sie uns die Zahlen konkret durchrechnen. Ein typisches Einfamilienhaus in Schänis mit einem Stromverbrauch von 4'500 kWh pro Jahr und einer 10 kWp Solaranlage auf dem Dach:

  • Eigenverbrauch: ca. 30 Prozent der Solarproduktion (rund 2'850 kWh)
  • Netzstrom, der ersetzt wird: 2'850 kWh zu 35 Rp./kWh = rund CHF 1'000 Ersparnis pro Jahr
  • Einspeisevergütung für den Rest (ca. 6'650 kWh zum Referenzmarktpreis von 6 bis gut 10 Rp./kWh): ca. CHF 400 bis 500 pro Jahr
  • Insgesamt: Rund CHF 1'450 Ersparnis und Einnahmen pro Jahr

Bei einer Netto-Investition von CHF 17'400 (nach KLEIV-Förderung) hat sich die Anlage in etwa 12 Jahren amortisiert. Danach produzieren Sie mindestens weitere 13 Jahre praktisch kostenlosen Strom – bei einer Gesamtersparnis von weit über CHF 20'000.

Amortisation nach Anlagengrösse

Tabelle 3: Amortisation und Langzeitersparnis nach Anlagengrösse (Schänner Strompreis)
AnlagengrösseNetto-InvestitionAmortisationErsparnis (25 J.)
8 kWpCHF 13'920~10–12 Jahre~CHF 18'000
10 kWpCHF 17'400~12 Jahre~CHF 23'000
15 kWpCHF 26'100~12–14 Jahre~CHF 32'000
10 kWp + SpeicherCHF 28'400~14 Jahre~CHF 38'000

Förderungen und steuerliche Vorteile

Die Schweiz fördert den Umstieg auf Solar aktiv. Die wichtigste Unterstützung ist die Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen (KLEIV) des Bundes, beantragt nach der Inbetriebnahme über Pronovo. Sie beträgt aktuell rund 360 Franken pro Kilowattpeak – bei einer 10 kWp-Anlage also CHF 3'600, die Sie nicht selber tragen müssen.

Zusätzlich können Sie die Investitionskosten bei bestehenden Gebäuden in den meisten Kantonen steuerlich als Liegenschaftsunterhalt geltend machen. Bei einem Grenzsteuersatz von 20 Prozent sparen Sie so weitere CHF 4'000 und mehr. Für den eingespeisten Überschuss vergütet die EVS AG – wie seit 2026 schweizweit üblich – den vierteljährlich gemittelten Referenzmarktpreis des Bundes, abgesichert durch die gesetzliche Mindestvergütung.

Seit dem 1. Januar 2026 gelten zudem neue Regelungen: Für Kleinanlagen bis 150 kW gibt es eine garantierte Mindestvergütung (6 Rp./kWh bei Anlagen bis 30 kW), und dynamische Tarife – die auch die EVS AG vorbereitet – ermöglichen es künftig, Strom zu den günstigsten Zeitpunkten zu beziehen – oder eben selbst zu produzieren, wenn die Sonne scheint.

Batteriespeicher: Den Eigenverbrauch verdoppeln

Wer wirklich das Maximum aus seiner Solaranlage herausholen will, sollte über einen Batteriespeicher nachdenken. Denn das Hauptproblem der Photovoltaik ist bekannt: Die meiste Energie entsteht mittags, wenn viele Menschen gar nicht zu Hause sind. Ein Speicher löst dieses Problem elegant.

Mit einem modernen Batteriespeicher steigt Ihr Eigenverbrauchsanteil von etwa 30 Prozent auf rund 60 bis 80 Prozent. Das bedeutet: Statt den überschüssigen Strom mittags billig ins Netz zu verkaufen und abends teuren Strom zurückzukaufen, speichern Sie die Energie einfach und nutzen sie, wenn Sie sie brauchen – am Abend, wenn die Sonne nicht mehr scheint.

Besonders lohnenswert ist das, wenn Sie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto haben – oder planen, sich eines anzuschaffen. Denn dann steigt Ihr Stromverbrauch deutlich, und jede selbst produzierte Kilowattstunde zählt doppelt.

So geht es weiter: Ihr Weg zur eigenen Solaranlage

Sie haben es bis hierhin geschafft – und fragen sich jetzt vielleicht: «Und wie geht es jetzt weiter?» Die Antwort ist erfreulich einfach. Der Weg zur eigenen Solaranlage besteht aus vier klaren Schritten:

  • 1. Potenzial checken: Lassen Sie Ihr Dach von Experten bewerten. Jedes Dach ist anders – Ausrichtung, Neigung und Beschattung spielen eine Rolle.
  • 2. Offerte einholen: Vergleichen Sie Angebote von zertifizierten Installateuren. Achten Sie auf Qualität, nicht nur auf den Preis.
  • 3. Förderung beantragen: Die KLEIV-Förderung wird für Sie beantragt – das übernimmt in der Regel der Installateur.
  • 4. Installation und Inbetriebnahme: Innerhalb von 6 bis 8 Wochen ist Ihre Anlage betriebsbereit. Ab Tag 1 produzieren Sie Ihren eigenen Strom.

Die gesamte Abwicklung ist heute deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Professionelle Anbieter begleiten Sie von der ersten Beratung bis zur Inbetriebnahme – und stehen Ihnen auch danach mit Rat und Tat zur Seite.

Fazit: Jetzt handeln, bevor die Preise weiter steigen

Die Strompreise in Schänis sind hoch – und werden es auf absehbare Zeit bleiben. Die Netzkosten steigen, die Gemeinde ist weitläufig, und die Rahmenbedingungen werden nicht einfacher. Aber genau deshalb ist jetzt der ideale Moment, um umzudenken.

Eine Solaranlage ist keine Ausgabe, sondern eine Investition in Ihre finanzielle Unabhängigkeit. Sie schützt Sie vor steigenden Strompreisen, erhöht den Wert Ihrer Immobilie und leistet einen konkreten Beitrag zur Energiewende – lokal in Schänis, wo der Solarboom längst begonnen hat.

Warten Sie nicht, bis die nächste Stromrechnung eintrifft. Jeder Tag ohne Solar ist ein Tag, an dem Sie mehr bezahlen, als Sie müssten. Berechnen Sie jetzt Ihr persönliches Sparpotenzial – und machen Sie den ersten Schritt in eine unabhängige Energiezukunft.

Quellen und Referenzen

  • EVS AG Geschäftsberichte 2020–2024, www.evsag.ch
  • Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom), www.elcom.admin.ch
  • Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), www.strom.ch
  • Energieallianz Linth, Präsentation Infoanlass Strombezüger 2024
  • Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen (KLEIV), www.pronovo.ch

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