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Solaranlage mieten oder kaufen: Was lohnt sich mehr?

Solaranlage mieten oder kaufen? Dieser Beitrag vergleicht beide Modelle sachlich, rechnet ein Beispiel über 20 Jahre durch und zeigt, was bei Förderung und Steuerabzug gilt und worauf Sie bei einem Mietvertrag achten sollten.

Eine Solaranlage mieten, anstatt sie zu kaufen – das klingt verlockend: keine hohen Investitionskosten, ein fixer Monatsbetrag, und Wartung und Versicherung sind oft bereits inbegriffen. Doch wer mietet, kauft keine PV-Anlage, sondern nur ein Nutzungsrecht. Das hat Folgen für die Kosten, für die Förderung und auch für die Steuern.

Dieser Beitrag vergleicht beide Modelle sachlich, zeigt eine Beispielrechnung mit einer Annahme, die Sie durch Zahlen aus Ihrer eigenen Offerte ersetzen können, und erklärt Ihnen zudem, worauf Sie bei einem Mietvertrag genau hinschauen sollten.

Das Wichtigste in Kürze: Über die gesamte Laufzeit ist der Kauf einer Solaranlage in der Regel günstiger, weil beim Mieten neben der Anlage auch die Finanzierung, die Wartung und die Marge des Anbieters bezahlt werden. Die Förderung und der Steuerabzug kommen beim Kauf dem Eigentümer zugute. Der Steuerabzug gilt bis Ende 2028. Die Miete lohnt sich vor allem dann, wenn Ihnen das Kapital fehlt und eine Finanzierung nicht infrage kommt.

Transparenzhinweis: Solaralag.ch verkauft Solaranlagen und vermietet keine. Wir haben diesen Vergleich trotzdem so sachlich wie möglich aufgebaut – die Zahlen und die Checkliste helfen Ihnen bei beiden Modellen.

So funktioniert die Miete einer Solaranlage

Beim Mietmodell bleibt die Solaranlage Eigentum des Anbieters. Der Anbieter plant und installiert sie auf Ihrem Dach, und Sie zahlen dafür eine monatliche Rate. Sie nutzen den Solarstrom und sparen dadurch entsprechend Netzbezug ein. Was in der Rate enthalten ist, unterscheidet sich je nach Vertrag: Häufig gehören Wartung, Versicherung und Reparaturen dazu, teils auch der Speicher.

Am Ende des Vertrags gibt es in der Regel drei Möglichkeiten: Sie verlängern, Sie übernehmen die Anlage zu einem vereinbarten Preis oder Sie geben sie zurück, oft gegen zusätzliche Kosten. Welche Variante gilt, steht im Vertrag – und dort lauern die grössten Unterschiede zwischen verschiedenen Anbietern.

So funktioniert der Kauf einer Solaranlage

Beim Kauf zahlen Sie die PV-Anlage selbst und besitzen sie von Anfang an. Dafür tragen Sie die laufenden Kosten und das technische Risiko, etwa den Wechselrichtertausch nach rund 15 Jahren. Im Gegenzug profitieren Sie von der Bundesförderung, vom Steuerabzug und von der Einspeisevergütung für überschüssigen Strom. Was eine Photovoltaikanlage kostet, zeigt unser Beitrag zu den Kosten einer Solaranlage.

Was lohnt sich mehr: Solaranlage mieten oder kaufen

KriteriumKaufMiete
EigentumDie Anlage gehört IhnenDie Anlage gehört dem Anbieter
AnfangsinvestitionHoch, je nach Anlagengrösse und SpeicherKeine oder gering
Einmalvergütung des BundesGeht an Sie als Betreiber der SolaranlageGeht in der Regel an den Anbieter; ob er sie über tiefere Raten weitergibt, ist Vertragssache
SteuerabzugBei bestehenden Gebäuden bis Ende 2028 abziehbarEs fehlt die eigene Investition, die abgezogen werden könnte; Auskunft bei der Steuerverwaltung einholen
Wartung und ReparaturenZu Ihren LastenJe nach Vertrag inbegriffen
BindungKeine vertragliche BindungLangfristiger Vertrag; vorzeitiger Ausstieg oft teuer oder nicht möglich
HausverkaufDie Anlage ist Teil des Hauses und kann den Verkaufswert stützenVertrag muss übertragen oder abgelöst werden – vorher klären

Tabelle 1: Kauf und Miete im Vergleich. Die Angaben zur Miete gelten allgemein; im Einzelfall entscheidet der Vertrag.

Beispielrechnung über 20 Jahre

Eine PV-Anlage mit 10 kWp kostet brutto rund CHF 28'000 bis 30'000. Die Einmalvergütung des Bundes beträgt rund CHF 3'600, der Steuerabzug bei einem Grenzsteuersatz von rund 20 Prozent etwa CHF 4'900. Dazu kommen beim Kauf die Betriebskosten von rund einem Prozent der Investitionssumme pro Jahr. Für die Miete nehmen wir an, dass die Monatsrate bei CHF 150 liegt – das ist eine Annahme, keine Marktangabe. Ersetzen Sie sie durch den Wert aus Ihrer Offerte.

VarianteGesamtkosten über 20 JahreMonatlich
Kauf mit Steuerabzug (bis Ende 2028)CHF 25'100 – 27'100rund CHF 105 – 113
Kauf ohne Steuerabzug (ab 2029)CHF 30'000 – 32'400rund CHF 125 – 135
Miete (Annahme: CHF 150 pro Monat)CHF 36'000CHF 150

Tabelle 2: Gesamtkosten über 20 Jahre für eine 10-kWp-Anlage. Nicht eingerechnet: Wechselrichtertausch nach rund 15 Jahren beim Kauf. Bei der Miete sind Wartung und Versicherung meist enthalten. Der gesparte Netzbezug ist in beiden Fällen gleich und deshalb nicht aufgeführt.

Die Rechnung zeigt das Prinzip: Beim Kauf zahlen Sie die PV-Anlage einmal, bei der Miete zahlen Sie sie über die Laufzeit mit Zins und Marge des Anbieters. Je tiefer die Miete im Vergleich zur Kaufrechnung liegt, desto eher lohnt sie sich. Rechnen Sie deshalb immer mit den Gesamtkosten über die ganze Vertragslaufzeit, nicht mit der Monatsrate allein. Wie sich der Steuerabzug ab 2029 ändert, erklärt unser Beitrag zur Eigenmietwert-Abschaffung.

Wann sich die Miete lohnen kann

  • Sie verfügen nicht über das benötigte Kapital und können oder wollen aktuell keine Finanzierung aufnehmen.
  • Sie möchten das technische Risiko und den Aufwand für Wartung und Reparaturen vollständig abgeben.
  • Sie planen nicht, lange im Haus zu bleiben, und der Vertrag lässt sich bei einem Verkauf sauber ablösen.

Wer Mieterin oder Mieter einer Wohnung ist, kann in der Regel keine Dachanlage mieten oder kaufen. Für Sie ist dann das Balkonkraftwerk allenfalls eine passende Lösung.

Finanzierungsalternativen zum Kauf

Wenn die Anfangsinvestition das Problem ist, gibt es diverse Wege, die nicht über einen Mietvertrag führen:

  • Hypothek aufstocken: Die Anlage kann den Wert des Hauses stützen, die Bank prüft eine Erhöhung der bestehenden Hypothek.
  • Kredit oder Energiedarlehen: Einzelne Banken bieten Kredite oder Darlehen für energetische Massnahmen an, teils zu tieferen Konditionen.
  • Vorfinanzierung der Förderung: Die Einmalvergütung wird erst nach der Inbetriebnahme ausbezahlt, meistens nach rund einem Jahr. Diese Zeit sollten Sie einplanen.

Welche Variante für Sie passt, hängt von Ihrer finanziellen Situation ab – Ihre Bank kann das für Sie konkret kalkulieren.

Worauf Sie bei Ihrem Mietvertrag genau hinschauen sollten

  • Gesamtkosten statt Monatsrate: Lassen Sie sich die Summe über die ganze Laufzeit nennen, inklusive der anfallenden Gebühren.
  • Anpassungen des Preises: Ist die Rate fix oder gibt es eine Indexierung?
  • Ende des Vertrags: Zu welchem Preis können Sie die Anlage übernehmen, und wer trägt die Rückbaukosten?
  • Vorzeitige Kündigung: Ist sie überhaupt möglich, und was kostet sie?
  • Hausverkauf: Wie wird der Vertrag in diesem Fall übertragen oder abgelöst?
  • Strom und Vergütung: Wem steht der Eigenverbrauch zu, und wer erhält die Einspeisevergütung?
  • Leistungsumfang: Was genau ist bei Wartung, Versicherung und Reparaturen inbegriffen?
  • Beständigkeit des Anbieters: In den letzten Jahren sind mehrere Firmen der Branche in Schwierigkeiten geraten. Bei einer Miete sind Sie über viele Jahre auf den Anbieter angewiesen. Was in einem solchen Fall bleibt und woran Sie einen verlässlichen Anbieter erkennen, zeigt unser Blogbeitrag zur Anbieterwahl.

Häufig gestellte Fragen

Ist es günstiger, eine Solaranlage zu mieten oder zu kaufen?

Über die gesamte Laufzeit ist der Kauf in der Regel günstiger, weil Sie bei der Miete zusätzlich Finanzierung, Wartung und die Marge des Anbieters bezahlen. Ausserdem profitieren Sie beim Kauf von Förderung und Steuerabzug, je nach Kanton und Gemeinde. Verlässlich beurteilen können Sie das nur mit den konkreten Offerten: Vergleichen Sie die Gesamtkosten über die Laufzeit.

Bekomme ich auch eine Förderung, wenn ich miete?

Nicht direkt, denn die Einmalvergütung des Bundes geht in der Regel an den Betreiber der Anlage, bei der Miete also meist an den Anbieter. Ob er sie über tiefere Raten an Sie weitergibt, ist Vertragssache. Mehr zur Förderung finden Sie in unserem Förderleitfaden.

Kann ich die Kosten einer gemieteten Anlage von den Steuern abziehen?

Der Steuerabzug für energetische Massnahmen setzt eine eigene Investition voraus, die bei der Miete der Anbieter trägt und nicht Sie. Ob und wie Mietraten steuerlich berücksichtigt werden, klären Sie am besten direkt mit Ihrer kantonalen Steuerverwaltung.

Was passiert am Ende des Mietvertrags?

Meist haben Sie die Wahl zwischen Verlängerung, Übernahme der Anlage zu einem vereinbarten Preis und Rückgabe, oft gegen die Kosten eines Rückbaus. Prüfen Sie diese Punkte unbedingt, bevor Sie unterschreiben.

Was passiert bei einem Hausverkauf?

Das hängt von Ihrem Vertrag ab: Der Käufer übernimmt den Vertrag, kauft die PV-Anlage oder Sie lösen den Vertrag vorzeitig ab. Klären Sie das vor der Unterschrift.

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Transparenzhinweis: Die Angaben in diesem Beitrag basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen und eigener Projekterfahrung, Stand Oktober 2026. Die Beispielrechnung arbeitet mit einer Annahme für die Mietrate und ersetzt keine Offerte. Aussagen zu Mietverträgen sind allgemein gehalten; im Einzelfall entscheidet der Vertrag. Der Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr und keine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

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